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Steckbrief des Nationalpark Unteres Odertal

Steckbrief

Lage

Zwischen Hohensaaten und Stettin erstreckt sich auf einer Länge von 60 km der deutsch-polnische Internationalpark Unteres Odertal. Auf deutscher Seite sind ca. 10.500 ha als Nationalpark geschützt, hinzu kommen ca. 18.000 ha Landschaftsschutzgebiet als Pufferzone. Auf polnischem Gebiet gibt es den Landschaftsschutzpark Zehden (Cedynski Park Krajobrazowy) mit 30.000 ha Kernfläche und 35.000 ha Schutzzone, sowie den Landschaftsschutzpark Unteres Odertal (Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) mit 6.000 ha.

Gründung

Der Nationalpark Unteres Odertal wurde 1995 als zwölfter Nationalpark Deutschlands gegründet und ist der einzige in Brandenburg. Mit einer Fläche von ca. 10.500 Hektar schützt er eine der letzten naturnahen Flussauenlandschaften Mitteleuropas. Er umfasst die Wasserflächen und Feuchtgebiete der Niederung sowie die angrenzenden Oderhänge mit ihren Laubwäldern und Trockenrasen.

Eröffnung

Der Brandenburgische Landtag verabschiedet am 22. Juni 1995 das Gesetz zum Nationalpark Unteres Odertal, nach erfolgter Veröffentlichung im Gesetzblatt des Landes tritt es am 29. Juni 1995 in Kraft.

Am 9. und 10. September des gleichen Jahres wird der Nationalpark Unteres Odertal mit einer Veranstaltungsreihe in Criewen, Schwedt und Gartz im Beisein des Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg feierlich eröffnet.

Gesetzliche Grundlagen des Naturschutzes im Nationalpark

Internationale Schutzbestimmungen im Nationalpark

Internationalpark

Das Untere Odertal liegt im Grenzraum von Deutschland und Polen. Mit der „Gemeinsamen Erklärung“ von 1993 beschlossen die deutsche und polnische Seite die Errichtung eines gemeinsamen grenzüberschreitenden Schutzgebietes. Bereits 1993 wurden mit einer Verordnung die Landschaftsschutzparke „Unteres Odertal“ (Park Krajobrazowy Dolina Dolnej Odry) und „Zehden“ (Cedynski Park Krajobrazowy) in Polen gegründet. Der Nationalpark Unteres Odertal existiert seit 1995 und ist der einzige Auen-Nationalpark Deutschlands. Im Jahr 1998 wurde das Landschaftsschutzgebiet (LSG) „Nationalparkregion Unteres Odertal“ ausgewiesen. Damit ist der Grundstein für den zukünftigen Internationalpark Unteres Odertal gelegt.

Europäische Schutzgebietsbestimmungen

Große Gebiete des unteren Odertals wurden 1980 als Feuchtgebiet von interna-tionaler Bedeutung nach der Ramsar-Konvention (1971) unter Schutz gestellt. Im August 1997 erfolgte die Meldung des zukünftigen Nationalparks als europäi-sches Vogelschutzgebiet entsprechend der EG-Vogelschutzrichtlinie (1979). Zu-sammen mit der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) von 1992 bildet diese die Grundlage für das im Aufbau befindlichen europaweiten Netzes von Schutzgebieten „NATURA 2000“. Der Nationalpark Unteres Odertal ist ein wichtiger Bestandteil dieses Verbundes.

NATURA 2000

Mit der Verabschiedung der Fauna-Flora-Habitat- (FFH) Richtlinie im Mai 1992 hat die Europäische Union einen entscheidenden Schritt zum Schutz der biologischen Vielfalt in Europa getan. Die Mitgliedstaaten haben sich darin das anspruchsvolle Ziel gesetzt, unter dem Namen „Natura 2000“ ein europaweites Netz von Schutzgebieten zu schaffen. „NATURA 2000“ besteht aber nicht allein aus den Gebieten, die aufgrund der FFH-Richtlinie zu schützen sind. Auch Schutzgebiete auf der Grundlage der EU-Vogelschutzrichtlinie aus dem Jahre 1979 gehören dazu. Diese hat die Erhaltung wildlebender Vogelarten in Europa zum Ziel.

„NATURA 2000“ soll ein miteinander verknüpftes ökologisches Netz besonderer Schutzgebiete bilden. Dazu gehören unter anderem Fließgewässersysteme, die für das Überleben von Muscheln, Fischen und Fischottern unabdingbar sind, sowie Rast- und Überwinterungsplätze für wandernde Vogelarten.

FFH Arten

In den Anhängen I und II der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie der EG von 1992) werden die Lebensräume sowie Tier- und Pflanzenarten, die in ihrem Bestand europaweit bedroht sind und aus diesem Grund in besonderen Schutzgebieten dauerhaft überleben sollen, konkret benannt.
Im Nationalpark Unteres Odertal kommen folgende Tierarten der FFH-Richtlinie (Anhang II) vor:

Art Bezeichnung Art Bezeichnung
Säugetiere: Biber
Fischotter
Großes Mausohr
Teichfledermaus
Reptilien: Sumpfschildkröte
Zauneidechse
Glattnatter
Art Bezeichnung Art Bezeichnung
Amphibien: Flussneunauge
Bachneunauge
Steinbeißer
Bitterling
Schlammpeitzger
Weißflossengründling
Rapfen
Libellen: Grüne Keiljungfer
Art Bezeichnung Art Bezeichnung
Schmetterlinge: Großer Feuerfalter Wirbellose: Bauchige Windelschnecke
Schmale Windelschnecke
Kleine Flussmuschel
Art Bezeichnung
Pflanzen: Kriechender Sellerie